
RESET – ein Begriff, der oft mit technologischem Neuanfang oder radikaler Umkehr assoziiert wird, dient in dieser Vortragsreihe als Einladung, die Disziplin des Städtebaus infrage zu stellen. Angesichts des Klimawandels, des Artensterbens und der fortschreitenden ökologischen Degradierung wird deutlich, dass konventionelle städtebauliche Ansätze an ihre Grenzen stoßen. Doch RESET begreift diesen Moment nicht als Krise, sondern als Chance – als Momentum, um Paradigmen zu hinterfragen und den Städtebau neu zu denken.
Während etablierte Positionen oft an bestehenden Modellen festhalten, richtet sich der Fokus dieser Reihe auf spekulative und mutige Stimmen, die alternative Wege aufzeigen. Welche Werkzeuge, Perspektiven und Strategien braucht ein Städtebau, der den sozioökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird? Können wir uns von Wachstumsdogmen, ressourcenintensiven Prozessen und anthropozentrischen Weltbildern lösen, um Räume zu schaffen, die von Resilienz, Regeneration und Koexistenz geprägt sind?
RESET lädt dazu ein, gemeinsam mit innovativen Denker:innen und Praktiker:innen über die Zukunft des Städtebaus zu diskutieren und neue Handlungsspielräume zu erschließen. Die Vortragsreihe versteht sich als Aufruf zum Wandel – ein Neustart für den Städtebau als aktive Kraft der ökologischen Transformation.
Teilnahme über Zoom: https://jade-hs.zoom-x.de/j/67972704868?pwd=yILXVXsGdED2C0TE3QPXws2Pd2NTm8.1
Das Semesterthema der Professur für Regenerativen Städtebau heißt Symbiotische Systeme. Es beschreibt die kritische Gestaltung von Wechselwirkungen zwischen ökologischen, sozialen und technischen Prozessen. Städte werden hier nicht als Konsumenten von Ressourcen, sondern als produktive Agent:innen in Ökosystemen verstanden. Ziel ist es, Biodiversität, Wasser- und Stoffkreisläufe und soziale Infrastrukturen so miteinander zu verknüpfen, dass neue Formen von Resilienz, Vielfalt und gemeinsamer Regeneration entstehen.
Im Zentrum steht die Frage, wie urbane Räume selbst zu symbiotischen Organismen werden können: ökologisch, indem natürliche Lebensräume gestärkt und vernetzt werden; sozial, indem Nachbarschaften und Commons kooperative Verantwortung übernehmen; und technisch, indem digitale Werkzeuge und datengestützte Entwurfsentscheidungen getroffen werden, um von ökologischen Intelligenzen zu lernen.